Einsichten 2026: Visarte Zürich & Friends – just another ordinary day 

29. August bis 12. September 2026
Finissage 12. September, 19 Uhr Performance Andrea Vogel «Granderobe - Beauty & Beast» 

 


Eva Maria Gisler erklärt banale und alltägliche kurzerhand zu Kunst. Diese Aneignung geht einher mit genauem Beobachten und mit der Auseinandersetzung von vorhandenen Ressourcen. Im Fokus stehen dabei die Prozessarbeit und die sinnliche Wahrnehmung der Materialitäten. Die Werke Mopp und Markise sind ihren Funktionen, zu reinigen und Schutz
vor Sonne zu gewähren, enthoben, zumal der Stiel des Wischlappens aus Beton hergestellt und die Sonnenstore behelfsmässig mit zwei Holzleisten an der Wand angelehnt wurde. Durch diesen spielerischen Balanceakt regt Eva Maria Gisler an, über das fragile Gleichgewicht und den sorgfältigen Umgang mit Vorhandenem, nachzudenken.

Andrea Vogel entwickelt ortsbezogene, multimediale Arbeiten aus Recherche, Ort und Material. Deren spezifische Bedingungen prägen Inhalt und Form. Ein besonderes Interesse gilt gefundenen, gebrauchten und ausrangierten Materialien, aus deren Kontext und Beschaffenheit sie neue Inhalte entwickelt. Intervention und Transformation prägen dabei
ihre künstlerische Praxis. In der Performance Granderobe - Beauty & Beast verwendet Vogel angeschwemmte Alttextilien, die sie während eines Rechercheaufenthalts an den Stränden Ghanas sammelte. Sie werden zum Ausgangspunkt einer Auseinandersetzung mit der Ambivalenz der Modewelt und dem daraus resultierenden globalen Überfluss.

Agatha Zobrist reflektiert in ihren meist ortsspezifischen Arbeiten den grossen Überfluss mit dem wir uns auch im Alltag umgeben. Oftmals als ephemere Kunstwerke angelegt, versucht sie einen Gegenpol zur Anhäufung von Material zu schaffen. Im Unterschied dazu das Langzeitprojekt over-flow, das zu einer immer grösseren Sammlung wächst. Agatha Zobrist
zeichnet dafür die über 100 Kuscheltiere ihrer drei Teenagerkinder, die von ihnen ausgemustert worden sind. Die Tiere haben ihre Aufgabe, Trost zu spenden, spätestens im Abfallsack verloren. Mit dem detailgenauen Zeichnen bekommen die ausrangierten Kuscheltiere nochmals die ungeteilte Aufmerksamkeit, wenigstens der Betrachter:innen.

Bilder: Peter Baracchi, Text: Sibylle Meier und Andrea Vogel






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